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Gedanken zum Wochenende, 16.11.2019

Novembergedanken

„Die Tage sind trüb. Nieselregen legt sich über das Gemüt, Nebel nimmt mir die Sicht. Die Schatten werden länger. Angst überfällt mich. Vielleicht ist es die Sorge um die Zukunft, die Ungewissheit einer bedrohlichen Krankheit; vielleicht erscheint mir eine Aufgabe so schwer, dass sie einfach nicht zu bewältigen ist. Vielleicht erscheint ein Mensch, dem ich ausgeliefert bin, unüberwindbar. Eine Erwartung, die ich nicht erfüllen kann, lastet auf mir. Das Leben ist ein ungleicher, unfairer Kampf. Ich bin einfach zu klein und schwach; der/die/das Andere einfach zu groß und mächtig“. - Auf mich allein gestellt versumpfe ich in diesen Gedanken … - Halt! - Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie als Kind aus der Bibel die Geschichte von David und Goliath gehört haben, müssen Sie das nicht!

Der kleine Hirtenjunge David schaut sich unbefangen im Heerlager des Königs Saul um, weil seine Brüder dort Soldaten sind. Er fragt, wie es ihnen geht. Da wird das ganze Ausmaß der Bedrohung offenbar: Die Philister stehen mit einer großen Zahl hochbewaffneter Kämpfer den Israeliten gegenüber. An jedem Morgen, 40 Tage lang tritt Goliath, der Stärkste und Größte aus der Truppe jeweils vor und verhöhnt die Feinde, fordert den Kampf Mann gegen Mann. Die Israeliten lassen sich einschüchtern. Niemand bringt schließlich den Mut auf, gegen den Riesen anzutreten. David wagt es. Er stellt sich der Herausforderung, und er siegt mit einfachsten Mitteln. Wie? – Sie wissen es vermutlich! Wenn nicht, lesen Sie bitte im Alten Testament 1. Samuel 17 nach.

Warum finde ich diese Geschichte so tröstlich, so ermutigend? Was kann ich von David lernen? Ich muss zwar nicht gegen einen schwer bewaffneten und gepanzerten Riesen kämpfen, doch manche Herausforderungen, manche Probleme, manche Sorgen erscheinen tatsächlich immens.

Zunächst einmal: David schaut sich die Situation am frühen Morgen an. Bei klarem Tageslicht sieht er sich das Problem an; nicht in Nachtgedanken, nicht im Nebel, nicht im Rausch. Er nimmt erst einmal Abstand und betrachtet die Herausforderung von Ferne und von verschiedenen Seiten. Er bespricht sich mit den Soldaten und dem König, spricht offen über seinen Plan, diskutiert mit den anderen Beteiligten. David wägt dann nüchtern ab, was er für den Kampf braucht: Ob er in der Wahl der Waffen gleichziehen will, oder ob er andere Mittel einsetzt. Er überlegt, was er besonders gut kann und worin er dem Gegenüber überlegen ist. Und da erkennt er gerade in seiner Verletzlichkeit - ohne Schutzpanzer aber dafür in seiner Wendigkeit und Schnelligkeit den entscheidenden Vorteil. Zudem findet er eine unerwartete, effektive Waffe, um seinen Angstgegner schließlich auszuschalten... – Übertragen wir das auf unsere Situation und fragen: – Was gibt dem David denn den Mut? Was hilft ihm zu diesem pfiffigen, unerschrockenen Umgang mit der Angst? Die Antwort lautet: Es ist schlicht und einfach sein Gottvertrauen. Es ist die feste Gewissheit, dass Gott auf seiner Seite ist und es unbeirrbar gut mit ihm meint. Das gibt ihm Selbstbewusstsein…

Was kann man Kindern für ihr Leben Besseres mitgeben als die Botschaft und die Erfahrung, dass sie geliebt werden, dass ihr Leben in Gottes Hand geborgen ist, dass sie selbst was können und wagen dürfen, weil sie im Glauben an Gott einen festen Halt haben.

Erzählen wir ihnen von David und Goliath, vom Leben und von den Ängsten, die im Vertrauen auf Gott überwunden werden können…

Ich wünsche Ihnen ein angstfreies Wochenende,

Ihr Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Am kommenden Mittwoch ist schulfreier Buß- und Bettag. Wir bieten genau zum oben genannten Thema einen Kinderbibeltag an für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren: „David gegen Goliath – Klein und doch ganz groß!“ 20. November 9.00 bis 15.00 Uhr in unserem Gemeindehaus, Würzburger Str. 7a. - Siehe untenstehendes Plakat. Anmeldung bitte unter pfarramt.marktheidenfeld@elkb.de oder Telefon 09391 / 2325. Die Erwachsenen laden wir herzlich ein zum Buß- und Bettags-Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Johanneskapelle im Seniorenzentrum Haus Lehmgruben und um 20.00 Uhr in der Friedenskirche.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…