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Gedanken zum Wochenende, 28.04.2018

Beschämendes Echo

Da hat also vor einigen Tagen die Deutsche Phono-Akadamie des Bundesverbands Musikindustrie den diesjährigen deutschen Musikpreis an zwei Rapper verliehen. Farid Bang und Kollegah wurden trotz ihrer antisemitischen, frauenfeindlichen, gewaltverherrlichenden Hasstexte mit dem „Echo“ ausgezeichnet. Es ist ein gutes Signal, dass daraufhin viele der vorhergegangenen Preisträger/innen aus Protest ihren „Echo“ zurückgegeben und manche Sponsoren spontan aus den Preisverleihungsaktivitäten ausgestiegen sind. Es ist erschreckend und beschämend, dass ein „Bundesverband“, der öffentlich für die Kultur Verantwortung trägt derart verantwortungslos einen Preis verleiht. Ich dachte, dass in unserem durch die Geschichte und die Aufarbeitung des 2. Weltkriegs geläuterten Land es niemals wieder notwendig sein würde, die Mahnung „Wehret den Anfängen“ im Zusammenhang mit Antisemitismus ausrufen zu müssen. Ich dachte die Schulbildung, die Erinnerungskultur und das deutliche Betonen unserer demokratischen Werte von Toleranz, Freiheit und Gleichwertigkeit aller Menschen, würden Konsens unseres Zusammenlebens sein. Intoleranz, Hass und Menschenverachtung dürfen keinen Platz unter uns haben. Ebensowenig ein wie auch immer gearteter Antisemitismus! Wir Christen bekennen uns offen zu unseren Wurzeln aus dem jüdischen Glauben. Es ist gut, dass dieser „Faux-Pas“ (französisch für „Falscher Schritt, Fehltritt“) der Echo-Jury so hohe Wellen der Empörung ausgelöst hat…

Wir als Evang.-Luth. Kirchengemeinde wollen Zeichen setzen. Um unsere jüdischen „Schwestern und Brüder“ besser verstehen zu lernen und Verbindung zu schaffen, haben wir einen Liedermacher eingeladen, der uns musikalisch mitnimmt auf eine Zeitreise durch die Jüdische Geschichte. Dany Bober: Er ist 1948 in Israel geboren. 1956 remigrierten seine Eltern mit ihm in die Geburtsstadt seines Vaters, Frankfurt am Main. Seit 1976 lebt er in Wiesbaden. Die Besucher erwartet ein außergewöhnlicher Abend, an dem Dany Bober mit der Kraft seiner Stimme und mit warmherzigem Humor die Geschichte seines Volkes erzählt. Dany Bober möchte in seinem vielfältigen Musikschaffen zeigen, dass jüdische Musik hoch aktuell und spannend ist und noch viel mehr beinhaltet als Klezmer. Für seinen Vortrag "Eine Jüdische Zeitreise" hat Dany Bober die in der Zeit der Weimarer Republik auf deutschen Kleinkunstbühnen beliebte Form des "Features" gewählt. Hierbei tragen die unterschiedlichen Stilelemente wie Lieder, Berichte, Mundartgedichte und Humor zu einem kurzweiligen und informativen Abend bei.

Eine Pressestimme beschreibt: „Wenn Dany Bober singt, dann dringt es bis ins Mark. Ob hebräische, jiddische oder deutsche Lieder – sie kommen an, werden verstanden, bleiben ganz tief in der Seele der Zuhörer hängen. Wenn Dany Bober redet und erzählt, dann bleibt das in den Herzen hängen. Viele Geschichten und Anekdoten hat er zusammengetragen und bringt auch die Weisheiten eines Rabbi zur Sprache. Sicher wird an diesem Abend auch viel gelacht werden“.

So lade ich Sie herzlich ein „Gegen das Vergessen - zu einer jüdischen Zeitreise mit Dany Bober“, am Samstag, 28.04.2018 um 19.00 Uhr in unser neues Gemeindehaus Würzburger Str. 7a in Marktheidenfeld. Der Eintritt ist frei.

Ich wünsche Ihnen ein nachdenkliches, aber auch bewusst fröhliches Wochenende

Ihr Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…