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Gedanken zum Wochenende, 21.09.2019

Komm-mit

„Ich geniere mich“, sagte neulich eine ältere Frau, die ich zufällig traf, „ich war jetzt so lange schon nicht mehr im Gottesdienst, dass ich eigentlich gar nicht mehr dazu gehöre. Ich würde gerne mal wieder kommen, aber ich trau‘ mich nicht“. - Da konnte ich sie direkt zum so genannten „Komm-mit-Gottesdienst“ einladen: Ein Gottesdienst mit ganz niedriger Hemmschwelle, den es künftig 2-3 mal im Jahr in unserer Region geben soll.

Die Idee kommt aus dem anglikanischen Bereich und heißt dort: „Back-to-Church-Sundays“.

Bei uns im Dekanatsbezirk Lohr (von Marktheidenfeld im Süden über Hammelburg und Bad Brückenau bis nach Wildflecken im Norden) läuft das so: Alle Pfarreien laden nahezu zeitgleich in besonderer Weise zum Gottesdienst ein. Die Vorbereitungsteams und die regelmäßigen Gottesdienstbesucher/innen überlegen im Vorfeld, wer konkret in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder im Arbeitsumfeld angesprochen werden soll. Und dann wird persönlich - eventuell unterstützt durch einen Flyer - eingeladen. Manchmal vereinbaren die Einladenden mit den Gästen auch eine Abholung, damit niemand alleine über die Kirchenschwelle treten muss. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es meist ein geselliges Angebot, wie zum Beispiel „Kirchenkaffee“, damit man noch näher ins Gespräch kommen kann.

Es geht bei diesem Konzept nicht in erster Linie um Erfolg in Zahlen, sondern um die Einladung selbst: „Eine einladende Gemeinde wollen wir sein und alle sind willkommen, so wie sie sind“, sage ich immer. Wer am ersten Termin nicht kann wird beim zweiten zumindest neugierig und beim dritten überwindet er oder sie sich dann vielleicht doch … - Natürlich sind zu den neu geladenen Gästen auch alle herzlich willkommen, die entweder immer schon kommen, oder die spontan selbständig mal wieder einen Schritt hin zur Gemeinde wagen wollen. Sie werden erleben, dass sie nicht die einzigen sind. - Ein „Komm-mit-Gottesdienst“ muss kein Feuerwerk an Besonderheiten bieten. Wir wollen auch keine Show veranstalten, sondern Gottesdienst so feiern, wie wir es im Vertrauen auf Gottes Gegenwart mit unseren Kräften können und immer wieder gerne tun. Vorher und nachher soll aber ein besonderer Akzent auf das Gemeinschaftserleben gelegt werden. Dekan Till Roth aus Lohr schreibt in einer Pressemitteilung: „Ich bin überaus erfreut, dass sich alle Pfarrerinnen und Pfarrer und auch der Dekanatsausschuss geschlossen hinter dieses Projekt gestellt haben“. Der Dekan hält es für die Kirche heute für entscheidend wichtig, dass aktive Gemeindeglieder lernen, auf die nicht Aktiven, auf Neuzugezogene oder auf aus welchen Gründen auch immer von der Kirche Entfremdete zuzugehen und sie anzusprechen. Die Gottesdienste finden nun am morgigen Sonntag, 22. September an 14 Orten des Dekanates zu den üblichen Uhrzeiten statt. Zum Beispiel in Mittelsinn, Burgsinn, Gemünden, Gräfendorf, Lohr und Marktheidenfeld um 10:00, in Partenstein um 9:30 und in Höllrich um 10:30… Da kann man eigentlich nur sagen „Komm doch einfach mal mit, sei dabei, - man sieht sich!“

Ich freue mich auf das Treffen und die Gespräche und grüße Sie herzlich,

Ihr Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…